200 JAHRE KUNSTAKADEMIE MÜNCHEN
 


200 JAHRE KUNSTAKADEMIE MÜNCHEN
ABSOLVENTEN DER KLASSE PRANGENBERG

Martin Fritzsche, Fanny Geisler, Jutta Immenkötter, Katja Maechtel,
Edith Plattner, Fumie Sasabuchi, Barbara Spaett, Essi Utriainen, Oliver Westerbarkey

Ausstellung vom 1. August - 13. September 2008

Seit 1991 unterrichtet Norbert Prangenberg, Künstler der Galerie, an der Akademie der Bildenden Künste in München die Klasse für Keramik und Glas. Anlässlich der 200-Jahr-Feier der Akademie kuratiert er für uns eine Ausstellung mit neun seiner Absolventen.

MARTIN FRITZSCHE (*1960) arrangiert Fundstücke aus seinem alltäglichen Umfeld, Plastikgießkannen, kleine Heiligenfigürchen oder geschnitzte Holzbretter mit eigenen Objekten zu Installationen. Aus dem offenen Kontrast von Herkunft und neuer Bedeutung entsteht ein hintergründiges und humorvolles Spiel mit bayerischer Volkstümlichkeit und modernem Leben.

FANNY GEISLERs (*1969) Bilder sollen ein positives, alle Bereiche des Lebens berührendes Denken und Empfinden sichtbar machen. Sie zeigen farbenfrohe menschliche Figuren, direkt und spontan gemalt. Auch zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Mann und Frau und zu den Eltern können Thema ihrer Bilder sein.

JUTTA IMMENKÖTTERs (*1976) genaue Beobachtung von urbanen und architektonischen Formen ist Ausgangspunkt für ihre Arbeiten. Bekannte Gebäude auf Souvenirpostkarten durchsticht sie an den Umrisslinien und übermalt alle Bereiche außerhalb der Kontur. Einzelne Formen werden so aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst und assoziativ mit neuer Bedeutung aufgeladen.

KATJA MAECHTEL (*1971) geht es um die Übersetzung alltäglicher Formen und Sprachmuster in neue visuelle Strukturen. Mithilfe der Blindenschrift reduziert sie Sprache auf ein abstraktes, zweifarbiges Punktesystems, das als Relief in Form von dünnen Wachsplättchen auf die Wand aufgebracht wird. Immaterielle Sprache erscheint so als Bild.

EDITH PLATTNER (*1967) interessiert das Einfache und die reduzierte Form. Ihre keramischen Arbeiten leben von Harmonie und ihrer gleichzeitigen Störung. Im Zusammentreffen verschiedener Werkstoffe, unterschiedlicher Oberflächen und konträrer Formen entwickelt sich ein Spannungsverhältnis.

FUMIE SASABUCHI (*1975) greift durch die zeichnerische Bearbeitung von Bildern aus Modemagazinen in den intakten menschlichen Körper ein. Mit dem Kugelschreiber bringt sie tiefer liegende Schichten wie Muskeln oder Knochen auf der Körperoberfläche zum Vorschein. Sie
verbindet die glatte Ästhetik von Werbung und Modefotografie mit der Vanitassymbolik vergangener Jahrhunderte.

BARBARA SPAETTs (*1962) Material sind Fundstücke oder zufällig Zusammengetragenes wie Stoffe und Papier. Ihre Skulpturen entstehen in einem Prozess aus Erproben, Wiederverwenden, Wegnehmen und Hinzufügen. Im Umgang mit dem Material formt sich ein Gedanke assoziativ weiter. Ihre bevorzugten Themen sind Natur und menschliche Existenz.

In ihren Reliefs aus geschmolzenen Glasscherben arbeitet ESSI UTRIAINEN (*1975) an der Vorstellung von Landschaft als Idyll. Das glitzernde Glas verwandelt die Landschaft in Bilder märchenhafter Schönheit; durch die medaillonähnliche Rahmung wird sie zu einem kostbaren
Ornament.

OLIVER WESTERBARKEYs (*1969) Thema ist die Verformung von Realität. Durch Eingriffe wie Ausschneiden oder Übermalen werden Bücher visuell und im Kontext verändert. Projektionen auf Objekte und Räume schaffen neue irritierende Sinnzusammenhänge zwischen Illusion und Wirklichkeit.