Die Reflexion über die menschliche Existenz, über Leben und Tod, standen von Beginn an im Zentrum des Werkes der in New York lebenden Kiki Smith (geb. 1954 in Nürnberg). Ihre ebenso traumatischen wie poetischen Darstellungen des menschlichen Körpers machten sie Ende der achtziger Jahre international bekannt.
Kiki Smith ist eine Künstlerin, die in den unterschiedlichsten Medien arbeitet, Zeichnung, Skulpur und Druckgrafik. Mit ihrer innovativen, eigenständigen und unverwechselbaren Thematik ist sie inzwischen in die zeitgenössische Kunstgeschichte eingegangen.
In ihrer Formensprache schöpft Kiki Smith oft direkt aus Quellen, die für amerikanische, aber auch europäische KünstlerInnen eher ungewöhnlich sind: anatomische Darstellungen, Kunstwerke des Mittelalters, Kunst und Kultobjekte verschiedener Kulturen. Auch religiöse, wissenschaftliche, literarische und volkstümliche Schriften regen ihr Schaffen an. Mythen und archetypische Vorstellungen interessieren Kiki Smith ebenso wie Märchen. Hier nimmt das weibliche Wesen wichtige und vielfältige Positionen ein, die Kiki Smith gerne variiert und umdeutet. "Ich entdecke, daß ich die Sprache einer Disziplin nehme und sie mit meinem persönlichen Leben kreuze, also ein System über ein anderes legen kann."
Die großformatigen Bronzereliefs und Zeichnungen beziehen sich auf kosmologische Konstellationen, auf Frauen und Tiere. Für Kiki Smith stehen Tiere in einer engen spirituellen Verbindung mit dem Menschen. In ihrer Interpretation der Tierwelt läßt sie sich von Carlos Castanedas inspirieren, der in seinen phantastischen Kultbüchern die Vorstellung vermittelt, daß jedem Menschen ein Tier zugeordnet ist, das ihn lebenslang begleitet. Wenn er stirbt, vereint er sich mit dem Tier und verwandelt sich ihm an. Hier vermittelt uns Kiki Smith auch Bilder für Leben, Traum und Tod.